Zapier, Make oder n8n: Kostenvergleich für ein echtes Mengengerüst

Im Kostenvergleich von Zapier, Make und n8n gibt es keinen Sieger über alle Mengen. Welche Plattform bei Ihnen weniger kostet, entscheidet das Mengengerüst, weil jeder Anbieter etwas anderes zählt. Bei zwei Workflows mit je 150 Läufen und zwei Aktionen im Monat reicht bei Make der Free-Tarif (0 USD), bei Zapier Professional mit 750 Tasks (19,99 USD) und bei n8n Cloud Starter (20 EUR). Bei zwölf Workflows mit je 2.000 Läufen und vier Aktionen verlangt Zapier 489 USD im Monat, Make 99 USD, und n8n Cloud reicht in den Cloud-Tarifen nicht mehr aus. Alle Preise sind Listenpreise bei jährlicher Zahlung, Stand 09.10.2026, laut Herstellerangaben.
Dieser Beitrag zeigt, wie die drei Anbieter zählen, rechnet drei Mengengerüste durch und sagt, was ein Preisvergleich nicht abbildet.
Wichtig vorab: Währungen und Stand
Zapier und Make nennen ihre Listenpreise in US-Dollar, n8n in Euro. Ich rechne nichts um. Die Zahlen stehen so nebeneinander, wie die Hersteller sie veröffentlichen. Ob die Preise zuzüglich Umsatzsteuer gelten, weist keine der drei Preisseiten eindeutig aus. Hersteller ändern Preise und Zählweisen. Alle Angaben stammen von den Herstellerseiten, abgerufen am 09.10.2026; die Quellen stehen am Ende.
So zählen die drei Plattformen
Der Vergleich fällt oft schief, weil „ein Durchlauf“ bei jedem Anbieter etwas anderes kostet.
Zapier: Tasks
Zapier zählt jeden erfolgreich ausgeführten Aktionsschritt als einen Task. Der Trigger zählt nicht, auch Abfragen auf neue Daten nicht. Hilfsschritte wie Filter, Paths, Formatter oder Delay sind frei. Fehlgeschlagene Schritte und Schritte, die ein Filter überspringt, zählen ebenfalls nicht.¹
Bei einem Lauf mit drei Aktionen entstehen also drei Tasks. KI-Schritte kosten seit dem 15.06.2026 je nach Modellstufe 1, 3 oder 5 Tasks, ein MCP-Aufruf 2 Tasks.
Make: Credits
Make zählt Credits, früher Operations. Die Umstellung erfolgte am 27.08.2025, im Verhältnis 1:1 und bei unveränderten Plänen. Jeder Modul-Durchlauf kostet in der Regel einen Credit, und der Trigger zählt mit, auch wenn er bei einer Prüfung nichts findet. Router und Filter sind frei.
Zwei Dinge treiben den Verbrauch. Erstens vervielfachen mehrere Datensätze die Folgemodule: Liefert der Trigger zehn Bundles, läuft jedes Folgemodul zehnmal. Das Beispiel der Make-Hilfe rechnet 1 Trigger plus 3 Module bei 10 Bundles mit 31 Operationen. Zweitens zählt ein zeitgesteuerter Trigger bei jeder Prüfung: Im Viertelstundentakt sind das rund 2.880 Credits im Monat je Szenario, auch ohne einen einzigen neuen Datensatz. Einzelne KI- und Spezialmodule verbrauchen mehr als einen Credit.
n8n: Ausführungen
n8n zählt Ausführungen. Ein Lauf eines Workflows ist eine Ausführung, egal wie viele Schritte er hat. Sub-Workflows und manuelle Testläufe im Editor zählen nicht. Wer Datensätze gesammelt in einem Lauf verarbeitet, senkt den Verbrauch also direkt.
| Plattform | Einheit | Zählt der Trigger? | Hilfsschritte | Vervielfacher |
|---|---|---|---|---|
| Zapier | Task | Nein | Filter, Paths, Formatter frei | KI-Schritte (1, 3 oder 5 Tasks) |
| Make | Credit | Ja, auch ohne neue Daten | Router und Filter frei | Bundles, Polling-Prüfungen |
| n8n | Ausführung | Nicht einzeln, ein Lauf = 1 | Knotenzahl egal | Läufe selbst |
Drei Rechenbeispiele
Die Beispiele sind fiktive Mengengerüste. Sie rechnen mit einem Datensatz je Lauf, ohne Bundle-Vervielfachung und ohne Polling-Leerläufe. „Aktionen“ sind die Schritte nach dem Trigger. Die Formeln dahinter:
- Zapier: Läufe × Aktionen
- Make: Läufe × (Aktionen + 1 für den Trigger)
- n8n: Läufe
Als Tarif nenne ich jeweils die kleinste Listenstufe, deren Kontingent den Bedarf deckt. Die Preise gelten je Monat bei jährlicher Zahlung, in Klammern der Preis bei monatlicher Zahlung.
Klein: 2 Workflows × 150 Läufe × 2 Aktionen
Das sind 300 Läufe im Monat.
| Plattform | Bedarf im Monat | Kleinster Listentarif | Preis je Monat |
|---|---|---|---|
| Zapier | 600 Tasks | Professional, 750 Tasks | 19,99 USD (29,99 USD) |
| Make | 900 Credits | Free, 1.000 Credits | 0 USD |
| n8n Cloud | 300 Ausführungen | Starter, 2.500 Ausführungen | 20 EUR (24 EUR) |
Make Free passt hier nur wegen der Zusatzgrenzen: höchstens 2 aktive Szenarien, Prüfintervall ab einer Viertelstunde. Zapier Free scheidet aus, weil es 100 Tasks und nur Zwei-Schritt-Zaps bietet.
Mittel: 5 Workflows × 400 Läufe × 3 Aktionen
Das sind 2.000 Läufe im Monat.
| Plattform | Bedarf im Monat | Kleinster Listentarif | Preis je Monat |
|---|---|---|---|
| Zapier | 6.000 Tasks | Professional, 10.000 Tasks | 129 USD (193,50 USD) |
| Make | 8.000 Credits | Core, 10.000 Credits | 9 USD (10,59 USD) |
| n8n Cloud | 2.000 Ausführungen | Starter, 2.500 Ausführungen | 20 EUR (24 EUR) |
Zapier hat keine Stufe zwischen 5.000 und 10.000 Tasks. 6.000 Tasks führen deshalb in die 10.000er-Stufe. Der Abstand zwischen 129 USD und 20 EUR ist so groß, dass ihn kein üblicher Wechselkurs umkehrt.
Groß: 12 Workflows × 2.000 Läufe × 4 Aktionen
Das sind 24.000 Läufe im Monat.
| Plattform | Bedarf im Monat | Kleinster Listentarif | Preis je Monat |
|---|---|---|---|
| Zapier | 96.000 Tasks | Professional, 100.000 Tasks | 489 USD (733,50 USD) |
| Make | 120.000 Credits | Core, 150.000 Credits | 99 USD (116,47 USD) |
| n8n Cloud | 24.000 Ausführungen | Pro (10.000) reicht nicht; Business, 40.000 Ausführungen | 667 EUR (800 EUR), derzeit nur selbst betrieben buchbar |
Hier kippt das Bild für n8n Cloud. Starter und Pro decken 24.000 Ausführungen nicht, und Business bucht man laut Hersteller derzeit nur selbst betrieben mit Lizenzschlüssel; die Cloud-Version steht auf der Warteliste. Bei diesem Volumen liegt Make beim Listenpreis der Cloud-Angebote klar unter Zapier, weil jeder Lauf nur einen Trigger plus vier Module kostet und die Credit-Stufen fein gestaffelt sind. Gleichzeitig zeigt die Rechnung, was n8n ausmacht: Der Verbrauch hängt nicht von der Zahl der Aktionen ab. Mit zehn statt vier Aktionen je Lauf stiege er bei Zapier und Make deutlich, bei n8n bliebe er bei 24.000.
Zapier Professional gilt für einen Nutzer. Wer mehrere Personen an den Zaps arbeiten lassen will, landet in Team, das bei 100.000 Tasks 599 USD kostet.
Self-Hosting: n8n Community Edition
Die Community Edition von n8n läuft auf eigener Infrastruktur und kostet keine Lizenzgebühr. n8n dokumentiert dafür kein Ausführungslimit. Im Großbeispiel stünden damit 0 EUR Lizenz gegen 667 EUR für Business. Das ist aber nicht der Gesamtpreis.
Es kommen hinzu: der Server oder Hoster, Updates, Backups, Überwachung und jemand, der bei einem Ausfall reagiert und die Updates einspielt. Außerdem fehlen der Community Edition laut Dokumentation Projekte, Sharing, SSO, Git-Anbindung und getrennte Umgebungen. Wer mehrere Teams oder strenge Freigabeprozesse hat, vermisst das. Den Betrieb beziffere ich hier nicht, weil er stark von Ihrer Umgebung abhängt. Auch der Rechner weist für Self-Hosting 0 EUR aus und nennt Hosting und Betrieb als Zusatzkosten.
Zur Lizenz: n8n steht unter der Sustainable Use License. Sie erlaubt die Nutzung für eigene interne Geschäftszwecke. Lizenzfragen für Beraterinstanzen kläre ich vor dem Projekt mit dem Hersteller. Mehr zur Einrichtung und zum Betrieb steht auf der Seite n8n einrichten und betreiben.
Was der Preis nicht zeigt
Ein Listenpreis vergleicht Kontingente. Drei Dinge fehlen darin.
Fehlerpfade und Wiederholungen. Bei Zapier zählen erfolgreiche Schritte im Fehlerpfad und bei einem vollständigen Replay erneut die bereits erfolgreichen Schritte. Bei Make kosten Error-Handler-Module (Rollback, Retry, Resume, Commit, Skip) nichts, jedes andere Modul zählt auch im Fehlerfall normal. Bei n8n Cloud zählen fehlgeschlagene Läufe laut Support nicht gegen das Kontingent. Ein Mengengerüst ohne Annahme zu Wiederholungen ist zu knapp gerechnet.
Überschreitung. Wenn das Kontingent nicht reicht, verhalten sich die Plattformen verschieden. Bei Zapier läuft Mehrverbrauch weiter und stoppt beim Dreifachen des Plankontingents; den Preis je Zusatz-Task zeigt Zapier nur im Konto. Bei Make stoppen Szenarien ohne Credits, Webhooks werden zwischengespeichert, und Credits verfallen am Periodenende. Bei n8n Starter und Pro schlagen Läufe über dem Kontingent sofort fehl und werden nicht nachgeholt. Planen Sie also Reserve ein und prüfen Sie den Verbrauch regelmäßig.
Betrieb. Ein Workflow, der niemandem gehört, kostet oft mehr als die Lizenz. Zugänge, Credentials, Dokumentation, Benachrichtigung bei Fehlern und eine Person, die zuständig ist: Das steht in keiner Preistabelle.
Datenstandort
Für den Datenschutz zählt, wo Daten liegen. Laut Herstellerangaben gilt:
- n8n Cloud: Server in Frankfurt am Main, vorunterzeichneter Auftragsverarbeitungsvertrag.
- n8n selbst betrieben: Dort, wo Sie hosten.
- Make: Hosting bei AWS in der EU oder in Nordamerika. Die Zone wählen Sie beim Anlegen des Kontos, später lässt sie sich nicht ändern. Laut Datenschutzhinweis können Daten außerhalb des EWR übermittelt werden.
- Zapier: Reine Speicherung in der EU bietet Zapier laut Hersteller nicht an. Die Übermittlung in die USA stützt Zapier auf das EU-US Data Privacy Framework.
Das ist eine Einordnung und keine Rechtsberatung. Ob eine Plattform für Ihre Daten zulässig ist, klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.
Entscheidungsregel
Aus den Beispielen lässt sich eine Reihenfolge der Fragen ableiten:
- Wie viele Läufe, wie viele Aktionen? Rechnen Sie Ihr Mengengerüst mit den drei Zählregeln durch, nicht mit dem Schlagwort „Tasks“.
- Wenige Läufe, wenig Aktionen: Der Preisunterschied ist klein, entscheiden Sie nach Bedienung, vorhandenen Anbindungen und Datenstandort.
- Viele Aktionen je Lauf oder Verarbeitung ganzer Datensätze: n8n zählt den Lauf, Zapier und Make zählen jeden Schritt.
- Viele Läufe mit wenigen Aktionen: Die Zählunterschiede schrumpfen. Ein Blick auf die fein gestaffelten Credit-Stufen von Make und auf selbst betriebenes n8n lohnt sich.
- Daten, die in der EU bleiben sollen: Schließen Sie Plattformen aus, die das nicht zusagen, bevor Sie Preise vergleichen.
- Wer betreibt? Entscheiden Sie sich nur für Self-Hosting, wenn jemand Updates und Backups verlässlich übernimmt.
Wenn Sie derzeit Zapier einsetzen und die Rechnung auffällig ist, finden Sie auf der Seite Von Zapier zu n8n wechseln, wie ich eine Inventur und einen Umzug angehe. Einen Überblick über meine Arbeit mit n8n gibt die Seite n8n-Beratung. Wenn Sie die Plattformwahl nicht allein auf Zahlen stützen wollen, ist das Integrations-Audit der Einstieg; wer sich für Make interessiert, findet auf der Seite Make-Beratung, wie ich dort arbeite.
Ihr eigenes Mengengerüst rechnen
Die Beispiele oben sind Annahmen. Mit dem Rechner für Ihr eigenes Mengengerüst geben Sie Workflows, Läufe und Aktionen ein und sehen Bedarf und Listentarif je Plattform, ebenfalls mit Stand und Quellen.
Quellen
Alle Angaben sind Herstellerangaben, abgerufen am 09.10.2026.
- Zapier: Preisseite, Task-Raten, Hilfe zur Task-Messung, Pay-per-task, Data Privacy
- Make: Preisseite, Hilfe zu Operations, Umstellung auf Credits, Make Academy zur Credit-Zählung, Privacy and GDPR
- n8n: Preisseite mit FAQ, Executions, Sub-workflows, Support zum Kontingent, Community Edition, Sustainable Use License
¹ Zapier formuliert das uneinheitlich: Die Seite mit den Task-Raten nennt für Standardschritte „Trigger and action steps … 1 task per step“, das Hilfe-Center sagt ausdrücklich, dass Trigger nie Tasks verbrauchen. Ich folge dem Hilfe-Center, weil es die ausführlichere und eindeutigere Regel ist. Prüfen Sie den Verbrauch Ihres Kontos, bevor Sie knapp planen.
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Die Instanz gehört Ihnen. Ich richte ein, baue, übergebe und betreue zu Geschäftszeiten. Wenn Sie wissen möchten, welche Plattform zu Ihrem Mengengerüst passt, besprechen wir das im kostenlosen 30-Minuten-Erstgespräch. Termin und Kontakt
Hinweis: n8n, Make und Zapier sind Marken ihrer jeweiligen Inhaber. Ich stehe in keiner Partnerschaft mit den Herstellern.

Timo Rüdiger
Inhaber, Der Rüdiger Consulting
Über 25 Jahre unternehmerische Praxis in Führung, Marketing und Vertriebssteuerung. Ich schreibe hier über die Themen, die ich in meinen Beratungsmandaten tatsächlich bearbeite, keine zusammengefassten fremden Studien.
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