Datenmigration

Datenmigration: Ein Systemwechsel ist nur so gut wie die Daten, die ankommen.

Beim Wechsel von CRM, ERP oder Warenwirtschaft entscheidet sich der Projekterfolg selten an der Software. Er entscheidet sich daran, ob Kunden, Artikel, Aufträge und Belege vollständig, richtig zugeordnet und nachvollziehbar im neuen System stehen. Ich plane, teste und begleite diese Übernahme — inklusive Testlauf, Cutover-Plan und Rückfallweg.

  • Erst den Bestand kennen, dann das Mapping — nicht umgekehrt
  • Mindestens ein vollständiger Testlauf vor dem Umstellungstag
  • Validierung gegen vorher festgelegte Prüfkriterien statt Stichprobengefühl
  • Rückfallplan für den Fall, dass am Cutover-Tag etwas nicht stimmt
Rechenzentrum mit fließenden goldenen Lichtspuren
Ausgangslage

Eine Migration ist kein CSV-Upload.

Der Satz fällt in fast jedem Auswahlprozess: „Die Daten übernehmen wir dann einfach.“ Er ist selten böswillig gemeint. Er beruht nur auf einer Annahme, die fast nie stimmt — nämlich dass der vorhandene Bestand sauber ist und dass das neue System dieselben Begriffe kennt wie das alte.

In der Praxis kommen aus einem gewachsenen Altsystem: Dubletten, Kontakte ohne Firma, Firmen ohne Kontakt, Pflichtfelder, die früher keine waren, Auswahlwerte, die es im Ziel nicht gibt, historische Sonderfälle, die nur eine Person erklären kann, und Datensätze, die seit Jahren niemand angefasst hat.

Wenn dieser Bestand ungeprüft in ein neues System läuft, passiert etwas Unangenehmes: Das neue System startet mit dem Ruf des alten. Mitarbeitende trauen den Daten nicht, pflegen daneben weiter in Tabellen — und die Investition zahlt sich nie ein.

Eine Migration ist deshalb ein eigenes Teilprojekt mit eigenem Ablauf, eigenen Tests und einer eigenen Abnahme. Sie ist der Moment, in dem Altlasten sichtbar werden. Das ist unangenehm, aber es ist der einzige Zeitpunkt, an dem man sie günstig loswird.

Leistungen

Was zu einer Migration gehört, die trägt.

Sechs Bausteine. Die technische Übertragung ist der kürzeste davon — und der, über den am meisten gesprochen wird.

  • Bestandsanalyse

    Wie viele Datensätze gibt es wirklich, wie vollständig sind sie, wie viele Dubletten stecken darin, welche Felder werden tatsächlich genutzt. Zahlen statt Vermutungen — als Grundlage für Aufwand und Zeitplan.

  • Zielmodell und Mapping

    Welches Feld wandert wohin, was passiert mit Auswahlwerten ohne Entsprechung, welche Daten kommen bewusst nicht mit. Jede dieser Entscheidungen wird dokumentiert und vom Fachbereich abgenommen.

  • Bereinigung

    Dubletten zusammenführen, Schreibweisen vereinheitlichen, unvollständige Datensätze ergänzen oder aussortieren. Was automatisiert entschieden werden kann, wird automatisiert; der Rest kommt auf eine Ausnahmeliste für den Fachbereich.

  • Testlauf

    Die vollständige Migration wird geprobt, bevor sie zählt. Ergebnis ist ein befüllbares Zielsystem, in dem echte Mitarbeitende echte Vorgänge nachvollziehen können — nicht ein Bericht darüber, dass es funktionieren müsste.

  • Cutover-Plan

    Wer tut wann was, wie lange stehen Systeme still, wann sind Nachträge nötig, wer gibt frei. Ein Ablaufplan mit Uhrzeiten statt einer Absichtserklärung für ein Wochenende.

  • Validierung und Abnahme

    Mengenabgleich, Stichproben nach festgelegten Kriterien und Kontrolle der kritischen Objekte. Die Migration gilt erst als erfolgreich, wenn die Prüfkriterien erfüllt sind — nicht, wenn der Import ohne Fehlermeldung durchlief.

Migrationsablauf

Sieben Schritte von der Extraktion bis zur Abnahme.

Der zweite Schritt entscheidet über den realistischen Aufwand des gesamten Vorhabens. Wer ihn überspringt, plant auf Basis einer Vermutung.

  1. Schritt 01

    Extract

    Datenexport aus dem Altsystem über die dafür vorgesehenen Wege, inklusive der Frage, welche Objekte überhaupt zugänglich sind und welche nur über Umwege. Was technisch nicht herauskommt, muss früh bekannt sein.

  2. Schritt 02

    Profiling

    Der Bestand wird ausgewertet: Mengen, Vollständigkeit, Dubletten, Ausreißer, ungenutzte Felder, historische Sonderfälle. Dieser Schritt entscheidet über den realistischen Aufwand des gesamten Vorhabens.

  3. Schritt 03

    Mapping

    Feldzuordnung zwischen Alt- und Zielmodell, inklusive Auswahlwerten, Pflichtfeldern und Beziehungen zwischen Objekten. Schriftlich, mit Abnahme durch die Personen, die später damit arbeiten.

  4. Schritt 04

    Bereinigung

    Regeln werden angewendet, Dubletten zusammengeführt, Schreibweisen vereinheitlicht. Unentscheidbare Fälle gehen auf eine Ausnahmeliste — Entscheidungen über Altdaten trifft der Fachbereich, nicht der Dienstleister.

  5. Schritt 05

    Dry Run

    Ein vollständiger Probelauf in die Zielumgebung, gemessen und protokolliert. Dabei zeigt sich, wie lange die echte Migration dauert und wo sie hakt. Es bleibt selten bei einem Durchlauf.

  6. Schritt 06

    Cutover

    Die produktive Umstellung nach Plan: letzter Export, Migration, Nachträge für alles, was zwischenzeitlich entstanden ist, Freigabe. Mit festgelegten Verantwortlichkeiten und Zeitfenstern.

  7. Schritt 07

    Validierung

    Mengenabgleich, Prüfung der kritischen Objekte, Stichproben durch den Fachbereich. Erst danach wird das Altsystem für Änderungen gesperrt — und auch dann bleibt es lesbar verfügbar.

Es bleibt selten bei einem Probelauf. Genau das ist der Sinn: Jeder Durchlauf misst die Dauer und deckt Fälle auf, die vorher niemand auf dem Zettel hatte.

Cutover

Was passiert, wenn am Umstellungstag etwas nicht stimmt.

Die Frage wird in Projekten erstaunlich selten gestellt. Sie gehört aber vor die Umstellung, nicht danach — und die Antwort steht schriftlich fest, bevor der erste Datensatz produktiv wandert.

  • Abbruchkriterien

    Vorher festgelegt: Bei welchem Befund wird die Umstellung gestoppt statt „durchgezogen“? Ohne diese Linie entscheidet am Sonntagabend die Erschöpfung.

  • Rückfallweg

    Das Altsystem bleibt in einem Zustand, in dem der Betrieb dort fortgesetzt werden kann, solange die Freigabe nicht erteilt ist. Ein Rückfall ist unangenehm, ein Datenverlust ist teuer.

  • Zeitfenster

    Wann darf gearbeitet werden, wann nicht, wie lange steht was still. Realistisch geplant auf Basis der gemessenen Dauer aus dem Probelauf, nicht auf Basis einer Hoffnung.

  • Nachträge

    Zwischen letztem Export und Freigabe entstehen weiter Vorgänge. Wie diese nachgezogen werden, ist Teil des Plans — sonst fehlen genau die Datensätze, die am meisten auffallen.

  • Freigabe durch den Fachbereich

    Nicht der Dienstleister erklärt die Migration für erfolgreich, sondern die Menschen, die mit den Daten arbeiten. Anhand der vorher vereinbarten Prüfkriterien.

  • Aufbewahrung der Altdaten

    Was mit dem Altsystem und den Altdaten geschieht, gehört zur Planung: Aufbewahrungspflichten, Zugriffsrechte und Löschfristen werden vorher festgelegt, nicht ein Jahr später gesucht.

Passt das zu Ihnen?

Wann eine begleitete Migration sinnvoll ist — und wann nicht.

Das passt, wenn …

  • Sie wechseln CRM, ERP oder Warenwirtschaft und müssen Altdaten übernehmen
  • Zwei Systeme werden zusammengelegt, etwa nach einem Zukauf oder einer Umstrukturierung
  • Der vorhandene Datenbestand ist gewachsen und niemand traut ihm so recht
  • Es gibt jemanden im Fachbereich, der Entscheidungen über Altdaten treffen darf
  • Die Umstellung hat einen Termin, aber noch keinen belastbaren Ablaufplan

Das passt eher nicht, wenn …

  • Es sollen wenige Dutzend Datensätze übernommen werden — dann ist Handarbeit günstiger
  • Der Zielsystem-Anbieter übernimmt die Migration vertraglich bereits vollständig
  • Die Altdaten sind technisch und rechtlich nicht zugänglich
  • Erwartet wird eine Übernahme ohne jede Entscheidung durch den Fachbereich

Wenn der Anbieter des Zielsystems die Migration vertraglich vollständig übernimmt, sage ich das im Erstgespräch. Dann brauchen Sie mich dafür nicht.

FAQ

Häufige Fragen zur Datenmigration

  • Die technische Übertragung dauert oft Stunden. Das Projekt drumherum dauert deutlich länger, und zwar wegen Profiling, Mapping-Abstimmung, Bereinigung und mindestens einem vollständigen Probelauf. Wie lange genau, ergibt sich nach der Bestandsanalyse: Datenmenge, Anzahl der Objekte, Qualität der Altdaten und Anzahl der Sonderfälle sind die Treiber. Vor dem Profiling wäre jede Angabe geraten.

Nächster Schritt

Steht bei Ihnen ein Systemwechsel an?

Im ersten Gespräch klären wir, welche Datenobjekte betroffen sind, wie zugänglich das Altsystem ist und ob die Migration ein Nebenschauplatz oder das eigentliche Risiko Ihres Projekts ist. 30 Minuten, unverbindlich, mit einer ersten Einschätzung zu Aufwand und Reihenfolge.

Systemlandschaft prüfen lassen

Welche Daten sollen bei Ihnen in ein neues System umziehen?

Zwei bis drei Sätze genügen. Im Erstgespräch klären wir, welche Objekte betroffen sind, wie zugänglich das Altsystem ist und ob die Migration ein Nebenschauplatz oder das eigentliche Risiko Ihres Projekts ist. 30 Minuten, unverbindlich.

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